SIMHASASANA – LÖWEN-HALTUNG

Ausführung:

  • Ideal im Fersensitz (klassisch werden die Fussknöchel übereinander gelegt)
  • Tief einatmen mit Händen zu Fäusten– 3 Sek. Atem halten, während man sich auf die Herzmitte (Mitte der Brust, auf Höhe des physischen Herzens) konzentriert
  • Heftig Ausatmen – Finger spreizen & Zunge so weit raus als möglich =))

Wirkung:

  • Reinigung & Stärkung der ganzen Atemwege, bes. der Lunge – optimal für Asthmatiker!
  • Stärkung des Herz-Blutkreislauf; besonders Hände (= mit Herz direkt verbunden, sowie grossen Anteil am Gehirn
  • Mobilisierung & Stärkung der Abwehrkräfte von (besonders) Hals, Nase & Ohren, aber auch auf den ganzen Bauchraum und die Bauchspeicheldrüse
  • Kraft des Aggressors (bevor Aggression), besonders Wut, als Herzensenergie genutzt
  • Lockerung & Entspannung von Kiefergelenken & der gesamten Gesichtsmuskulatur
  • Kräftigung der Stimmbänder, allg. Ausdrucks-Kraft & der Speicheldrüsen-Funktion
  • Zwerchfell-Entspannung zum allgemeinen Wohlempfinden, Atmung & Gesundheit
  • Schafft Öffnung des Knotens zwischen Bauch & Herz

 

Da jede Technik im Hatha-Yoga auf das Energie-System (Chakren & über 176'000 Nadis /Meridiane) wirkt, kann sie nie auf das allein von Auge Sichtbare beschränkt werden.

Das gilt natürlich auch für den Löwen, denn nicht nur als König der Tiere hat er als starkes Symbol eine mächtige Stellung inne.

So auch im Hatha-Yoga, wo eine Art Hierarchie herrscht; das heisst, dass es immer umfassender, nachhaltiger und subtiler (wie immer) in alle Systeme und Ebenen wirkt.

Einzigartig unter all den Übungen im Hatha-Yoga, eint Simhasana ALLE miteinander:

 

KRIYAS: Reinigungsübungen, meist dynamisch

ASANAS: Stellungen, Haltungen

PRANAYAMAS: Atemübungen, Atemlenkung von Prana, Lebensenergie

MUDRAS: Geste, Siegel, Symbol, Mysterium

BHANDAS: (wörtlich Verschluss) wirken effektiv öffnend auf die drei grossen Knoten (Granthis), welche die Kundalini am Aufstieg hindert; dieses schlummernde Potential des Menschen zu wecken, ist Sinn und Zweck von Hatha-Yoga.

 

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Bei Simhasana ist es dieser Übergangspunkt von Bauch zu Herz, der laut dem Ayurveda, der indischen Heilmedizin, jedes Übel und Krankheit beseitigt und zu Heil auf allen Ebenen führt.

Beim Solarplexus, das eigentliche Gehirn, kommen am meisten Nervenstränge zusammen und die unterdrücken Emotionen können durch den Übergang ins Herz als Gefühls-Kraft genutzt werden. Zudem wird der grosse Zwerchfell-Muskel dadurch entspannt, der die Atmung reguliert.

Wie es C.G. Jung ausgedrückt hat (s. ‘Psychologie des Kundalini-Yoga’) ist an dieser Stelle der Übergang vom Tiermensch zu Gottmensch; so werden die oberen, empfangenden Chakren, Energiezentren, aktiviert, so dass sich die kleine, getrennte Persönlichkeit zum einheitlichen und harmonischen Grossen eint, wie es im Sinne vom Yoga entspricht.

Bei den Kriegern, wie heute noch im Kampfsport, ist bekannt, dass an diesem Punkt jemanden mit einem Schlag getötet werden kann.

 

Auch astrologisch hat der Löwe seinen Sitz im Herz (Widder: Kopf; Stier: Hals/Nacken; Zwilling: Arme & Hände; Krebs: Brust; Jungfrau: Magen; Waage: Bauch; Skorpion: Genitalbereich; Schütze: Oberschenkel; Wassermann: Knie,; Fische: Füsse).

König Löwenherz ist eine archetypische Gestalt, welche auch auf diese grosse Kraft hinweist.

 

Ein weiterer Knotenpunkt, der bei Simhasana aktiviert wird, befindet sich bei der Kehle; beim Vishuddi-Chakra oder dem ayurvedischen Marma-Punkt Kanta. Dort befindet sich ja auch die Schilddrüse, welche als die Mutter des Hormonsystems gilt. Es gilt als Tor zum Göttlichen.

 

Noch heute findet man an alten Herrenhäusern bei den Eingängen (also Übergängen) auf beiden Seiten Löwen – früher war bekannt, dass sie die Wächter zur grossen UR-Göttin darstellen; wo es vor dem Patriarchat entsprechend weibliche Löwen waren.

Auch die mächtigste Göttin des indischen Pantheons, Durga, welche als einzige acht Arme besitzt, reitet auf einem Löwen, was entsprechend ihr Kraft-Tier ist.

 

Bei den alten Ägyptern gibt es die mächtige Löwengöttin Sekmeth. Sie ist die Göttin der Grundkraft der Wut, der Krieger & des Heils.

In der ägyptischen Kultur wird am Ende des Lebens das Herz auf die eine Waagschale der Maat gelegt, auf der anderen befindet sich eine Feder – ist das Herz leichter, empfängt man die Körnung im ewigen Götter-Himmel.

 

YOGA-SHAKTI

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